Die Gundelrebe - von der Botschaft eines Zauberkräutleins

Unauffällig duckt sie sich anfangs dicht am Boden entlang.  Sie bildet zunehmend lange Ausläufer,  die sich in Abständen wieder in der Erde verwurzeln. Wird sie in Ruhe gelassen,  breitet sie sich teppichartig aus.  Kein Rasenmäher kann sie deshalb töten. Den Insekten ist sie mit ihren vielen blau-lila Blüten ein dankbares Buffet und auch der Mensch kann durch ihre Heilkräfte nur gewinnen. Zerreibt man die kleinen runden Blättchen zwischen den Fingern,  steigt sofort ein intensiver Duft empor. Verantwortlich dafür sind reich vorhandene ätherische Öle. So ist sie in Salaten,  Suppen und Eintöpfen oder haltbar gemacht,  durch Trocknen bzw. als Zugabe im Wildkräuterpesto oder Kräutersalz,  ein wunderbares Gewürz. Sie sollte jedoch nur in geringen Mengen verwendet werden. Zum einen wegen des intensiven Geschmacks und zum anderen wegen des Inhaltsstoffes Pulegon, der auf Schleimhäute reizend wirken kann. Aus jahrelanger eigener Erfahrung kann ich das nicht unbedingt bestätigen,  es soll trotzdem erwähnt sein. 
Im letzten Jahr setzte ich eine Tinktur mit der Gundelrebe an, die mir in den grippalen Infektionszeiten des Winters eine hilfreiche Begleiterin war.
Gund ist ein altes Wort für Eiter und so lässt sich ihre Heilkraft auch herleiten. Innerlich angewendet unterstützt sie unser Immunsystem bei seiner Arbeit. Sie wirkt entzündungshemmend,  antibakteriell,  schleim- und krampflösend. Äußerlich angewendet, leistet sie gute Dienste bei schlecht heilenden und infizierten Wunden.


In alten Zeiten war sie dem Gott des Donners geweiht und schützte demzufolge das Haus vor Blitzeinschlägen. Als Kranz auf dem Kopf getragen,  sollte man mit ihrer Hilfe sogenannte Hexen erkennen können. Da sie zur Hellsicht befähigt, werden wohl eher der Charakter und die Absichten des Gegenüber sichtbar gemacht. 

Um tiefer in die Traumwelt zu kommen, lege ein kleines Kränzlein der Gundelrebe in eine Schüssel mit Wasser und stelle diese für ein paar Nächte neben das Kopfende deines Bettes. Ein paar Tropfen des Wasser's vor dem Schlafen auf der Stirn verteilt,  sollte die Nachtfahrt unterstützen. 
Du musst die Pflanze danach nicht entsorgen, da sie  Wurzeln ausbildet und somit wieder draußen eingepflanzt werden kann. Das Wasser füllst du in eine Sprühflasche und verbringst es in deinen Räumen, wann immer du das Gefühl hast, durch Stagnation aufgrund alter Glaubensmuster behindert zu sein. Mit etwas Alkohol kann die Essenz haltbar gemacht  und ebenfalls tropfenweise eingenommen werden. 


Ich wünsche dir tiefgreifende Erfahrung mit dieser wundervollen Begleiterin und danke dir,  daß du bis hierher gelesen hast. 





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