Oh Tannenbaum - Gedanken zum Licht
Der Januar hieß in alter Zeit Hartung oder Hartmond. Neben November und Dezember ist er ein Repräsentant der dunklen und kalten Zeit. Dieser Umstand macht ihn bei vielen unbeliebt, die sich nach Licht sehnen. So erstaunt es mich immer wieder, dass zum 6. Januar beflissen alles Helle der Weihnachtszeit verräumt wird, um sich fortan bis zum anbrechenden Frühjahr über genau jene Dunkelheit und Kälte zu beschweren. In manchen Gegenden fällt das Verstauen und "Abputzen" des Baumes auf den 1. Februar, den Tag der Brighid, der Lichtgöttin, die von der Winterfrau Cailleach den Stab überreicht bekommt. Das leuchtet mir viel mehr ein - schönes Wortspiel :) , sind doch die Tage im Februar schon wesentlich heller und gefühlt auch länger. Die Sonne entwickelt immer mehr Kraft, auch wenn mancherorts noch hoher Schnee liegt. Der Himmel verschwendet sich in einem wunderbaren Blau, das seinesgleichen im Jahreskreis sucht.
Doch ich wollte über den Januar schreiben.
Bin ich abends unterwegs, sind die Häuser dunkel und wirken verlassen. Allenfalls flackert der Fernseher gespenstisch kalt und wenig einladend. Wie schön ist jedoch im Gegensatz dazu der schwedische Brauch, in (fast) jedem Fenster ein Licht leuchten zu lassen, welches in die Dunkelheit schon von weitem verkündet: "Wir sind hier. Wir erwarten Dich, Reisender. Välkommen!" Und das über das gesamte Jahr hindurch. In Schweden fühlte ich mich, wenn ich unterwegs war, nie einsam oder verloren, da in der weiten Dunkelheit immer wieder ein Licht auftauchte und mich lächeln ließ. Ich selbst habe diesen Brauch übernommen und in meinem Fenster leuchtet seither jeden Abend mein Stern in die Nacht.
Nun möchte ich mich jedoch auf das Thema "Pflanzen" beziehen, um die es in diesem Blog vorrangig gehen soll. Alles ist mit allem verbunden und so wird es jeden Monat ein oder mehrere Pflanzenportraits geben, mit denen Du arbeiten oder Dich ausprobieren kannst. Ich werde darin über meine Beziehung und Erfahrungen mit den Pflanzengeistern berichten. An der ein oder anderen Stelle tauchen sicher Hinweise zu Gebrauch oder Inhaltsstoffen auf, jedoch soll Dir diese Seite eher den metaphysischen Aspekt näher bringen. Mir ist es wichtig, die Natur als lebendiges Wesen erfahrbar zu machen und sich selbst als nicht-getrennt davon, zu erleben. Nur so ist ein verantwortungsvoller und beseelter Umgang mit ihr möglich.
Die längere Einleitung zeigt, dass die Natur noch im Erholungsmodus verharrt. Der Schnee bedeckt das Land und der Frost hat alles in seinem festen Griff. Sicher findet Leben und Bewegung darunter trotz allem statt, jedoch entzieht es sich unseren Blicken. Wir arbeiten also mit dem, was da ist. Und hier kommt der Weihnachtsbaum ins Spiel.
Falls Du also zu denen gehörst, die ihren Weihnachtsbaum noch nicht via Knut entsorgt haben, hast du noch die Möglichkeit, Dir einen Vorrat an Nadelpulver herzustellen, vorausgesetzt, daß dein Nadelbaum nicht chemisch behandelt wurde und ungiftig ist. Dieses Pulver ist, sowohl medizinisch als auch kulinarisch, vielseitig verwendbar. Im Netz findest Du dazu zahlreiche Rezepte. Lagere dazu die Nadeln an einem trockenen Ort und pulverisiere sie erst, wenn Du sie weiterverarbeitest. Sie enthalten ätherische Öle, die sich ansonsten schneller verflüchtigen würden.
Indem du die Nadeln rituell verräucherst, kannst Du den Baum noch einmal ehren und seinem Geist dafür danken, daß er Dir seine irdische Form geopfert hat, um Dich zu erfreuen. Zum Andenken an ihn, kannst Du aus dem oberen Quirl einen Schneebesen schnitzen, mit dem Du vielleicht künftig Deine Salben rührst?
Dies alles ist förderlich für Deine seelische Gesundheit und lässt Dich am Ende des Jahres vielleicht achtsamer sein bei der Baumentscheidung, in dem Du keinen importierten Baum vom Billigdiscounter kaufst.
Ich wünsche Dir gutes Gelingen!
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